Gebackene Krapfen, Kreppel, Berliner, Doughnuts
Rezept Süß

Gebackene Krapfen

 

Krapfen – so nennen wir sie im Süden. Mein Freund sagt Berliner. Der Frankfurter Kreppel. Gemeint ist damit dieser süße Hefeteigkloß, der frittiert und in Zucker, Puderzucker oder Schokolade getunkt mit allem möglichen gefüllt sein kann. Und der zur Faschingszeit plötzlich überall aufploppt. Oder wie mir A, der aus Köln kommt, jedes Mal vorwurfsvoll sagt: „Karneval. Es heißt Karneval.“ – worauf ich gar nicht anders kann als weiter Fasching zu sagen.

Ich dachte lange, dass diese leckere Sauerei – wer kann Krapfen schon essen ohne komplett mit Puderzucker bestäubt zu sein? Ich sicher nicht! – dem Bäcker überlassen bleibt. Ich bin kein großer Freund des Fritierens in der eigenen Wohnung. Dann riecht alles nach Fett, überall sind Öl Spritzer und es ist ein kleines Wunder wenn ich mich nicht dabei verbrenne.

Gebackene Krapfen, Kreppel, Berliner, Doughnuts - Zutaten

Als ich daher von Steffen auf seinem Blog „Ein Stück heile Welt“ ein Rezept für gebackene Krapfen gesehen habe, musste ich diese sofort ausprobieren! Ich dachte mir: im besten Fall würden sie schmecken wie beim Bäcker und im schlimmsten Fall wären es süße Hefebrötchen, denen ich auch nicht Wiederstehen könnte. Und diese Krapfen haben mich wirklich nicht enttäuscht! Ich finde sie sogar noch besser als gekaufte, da sie nicht so fettig und übersüß schmecken. Sondern einfach nur leicht süß und hefeteigig.

Beim Formen der Krapfen müsst ihr etwas darauf achten, dass die Oberseite nicht einreist.  Einerseits könnte ihr die Teigkugeln wie Brötchen „schleifen“. Allerdings kann ich das persönlich nicht sehr gut und mache es mir deswegen einfacher: Ich nehme die Teigkugel zwischen die Hände, ziehe den Rand leicht nach unten bis das ganze rund ist und drücke den Rand dann auf der Unterseite zusammen. Dabei darf die Oberseite nicht einreisen, sondern muss stets eine stramme Decke bilden.

Gebackene Krapfen, Kreppel, Berliner, Doughnuts

Zum Füllen der Krapfen habe ich eine Spritze verwendet, die ich mit einem Stück Strohalm verlängert habe. Wenn man die Marmelade kurz (10 Sekunden) in die Mikrowelle stellt ist diese dann auch schön flüssig, so dass sie sich gut verarbeiten lässt. Das ging auch (fast) ohne viel Kleckserei. Wenn ihr keine Spritze habt, dann könnt ihr euch eine aus einem Plastikbeutel, Strohalm und Tesa selber basteln:

  • vom Strohalm ein 4 cm langes Stück schräg abschneiden,
  • vorsichtig mit der Spitze nach vorne von innen durch eine Ecke des Plastikbeutels stechen, bis nur noch ein halber cm des Strohhalms in dem Beutel ist,
  • das ganze nun gut mit Tesa umwickeln – aber aufpassen, dass ihr dabei nicht den Beutel zu sehr zusammendrücken und die Ecke verschließt.

 


Rezept –  Gebackene Krapfen

 

Menge: 10 Stück; Zubereitungszeit: 30 Minuten Zubereitung, 2 Stunden Ruhezeit, 15 Minuten Backzeit

Zutaten – Teig:

  • 150 ml lauwarme Milch
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Zucker, getrennt
  • 1/2 Würfel frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 Ei
  • 350 g Mehl + 2 El extra
  • 50 g Butter, zerlassen

 

Zutaten – Füllung & Guss:

  • 5 El Marmelade
  • 1 El Butter, zerlassen
  • 5 El Puderzucker oder Zucker

 

Rezept – Gebackene Krapfen:

150 ml lauwarme Milch, 1 Prise Salz, 30 g Zucker und den 1/2 Würfel frische Hefe miteinander verrühren und 10 Minuten stehen lassen.

Dann die restlichen Zutaten (30 g Zucker, 1 Ei, 350 g Mehl und 50 g zerlassene Butter) dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.

Den Teig mit 2 El Mehl bestäuben, ihn in der Schüssel abdecken und 1 Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Nun in eine grobe Rolle ziehen und in 10 gleich schwere Stücke teilen. Aus diesen kleine Kugeln formen, indem ihr den Teig zwischen die Hände nehmt, den Rand leicht nach unten zieht und diesen dann auf der Unterseite zusammendrückt. Dabei aufpassen, dass die Oberseite nicht einreist. Die Krapfen (natürlich mit der Unterseite nach unten) auf ein Backblech setzen. Mit Frischhaltefolie abdecken und 1 weitere Stunde gehen lassen, bis sie auf fast die doppelte Größe aufgegangen sind.

Eine Auflaufform auf den Boden des Backofens stellen und mit gerade so viel Wasser füllen, dass der Boden der Form bedeckt ist. Nun den Backofen auf 180° C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

500 ml Wasser in einem Wasserkocher aufkochen. In die Auflaufform kippen und sofort das Blech mit den Krapfen auf die mittlere Schiene schieben. Schnell die Türe schließen, denn im Ofen soll möglichst viel Wasserdampf bleiben.

Die Krapfen für 15 Minuten backen, bis sie oben goldbraun sind.

Aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Währenddessen die Spritze basteln/bereitlegen und die Marmelade für 10 Sekunden in der Mikrowelle erwärmen. Nun die Marmelade in die Spritze füllen und in jeden Krapfen 1/2 El einspritzen.

Zum Abschluss 1 El Butter zerlassen und die Krapfen damit bestreichen. Sofort mit Puderzucker oder Zucker bestäuben und genießen.

Schmecken am besten am gleichen Tag, aber halten sich auch 1 Tag (dann 1. gut abdecken und 2. erst vor dem servieren mit der Butter bestreichen und mit dem Zucker bestäuben).

 

Das ganze wäre bestimmt auch lecker mit:

  • Nutella Füllung (auch kurz anwärmen, damit diese flüssiger ist).
  • Pudding Füllung.
  • Mit Schokoladenguss: 50 g Schokolade schmelzen und dann mit 1 El geschmacksneutralem Pflanzenöl verrühren.

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4 Comment

    1. Danke dir Simone! Das „nicht frittieren“ Argument ist wohl auch warum ich sie jetzt in den letzten 2 Wochen schon dreimal gebacken habe. Ist dann ja gesünder, oder… *husthust*

  1. Ich liebe Kreppel! Allerdings esse ich die wirklich gaaaaanz selten. Deshalb freue ich mich darauf, den Rosenmontagszug im TV zu gucken und dazu einen richtig frischen Kreppel zu essen. Apropos: Ich bin mit einem Düsseldorfer verheiratet und kenne dieses ewige „Das heißt Karneval!“ nur zu gut 🙂

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